Ein Garten darf mehr sein als nur Rasen.
Viele moderne Gärten bestehen heute vor allem aus eines:
Rasen.
So auch bei diesem Garten im Chiemgau. Eine große offene Fläche, regelmäßig gemäht, im Sommer schnell trocken und letztlich vor allem mit Arbeit verbunden. Der Boden wurde von Jahr zu Jahr härter, die Hitze intensiver und die Fläche wirkte trotz Pflege immer leerer.
Der Wunsch der Familie war deshalb klar:
Mehr Leben. Mehr Vielfalt. Mehr Nutzen. Und gleichzeitig weniger Aufwand.
Heute wachsen dort nicht nur klassische Obstsorten wie Apfel und Pflaume, sondern auch besondere essbare Pflanzen wie Szechuan-Pfeffer oder die exotische Indianerbanane. Zwischen Stauden, Kräutern, Beerensträuchern und jungen Bäumen entsteht Schritt für Schritt ein lebendiges Ökosystem, das Nahrung liefert und gleichzeitig Lebensraum schafft.
Und genau das passiert inzwischen sichtbar. Wo früher kaum Bewegung war, summt und flattert es heute überall: Insekten, Wildbienen, Vögel und sogar kleine Reptilien haben den Garten wieder entdeckt. Besonders schön für die Familie war der Moment, als plötzlich Libellen über die neuen Pflanzflächen flog.
Der Garten arbeitet langsam mit der Natur statt gegen sie.
Ein wichtiger Teil des Konzepts ist der Aufbau gesunder Böden. Die gemähten Wege bleiben bewusst erhalten und schaffen Struktur sowie offene Bewegungsräume. Das Schnittgut wird jedoch nicht entsorgt, sondern direkt als Mulch unter Bäume und Sträucher gelegt.
Dadurch bleibt mehr Feuchtigkeit im Boden, das Bodenleben wird gefördert und der Garten baut langfristig Humus auf. Der Kunde erzählt inzwischen sogar, dass ihm das Rasenmähen erstmals Freude macht — weil es nicht mehr darum geht, eine sterile Fläche „sauber“ zu halten, sondern den Garten aktiv beim Wachsen zu unterstützen.
Essbar. Lebendig. Familienfreundlich.
Der Garten verändert sich jetzt mit jeder Saison. Immer neue Pflanzen kommen und wachsen ein, die Vielfalt nimmt zu und gleichzeitig reduziert sich der Pflegeaufwand Schritt für Schritt. Statt einer trockenen Fläche entsteht ein Garten, der Nahrung, Schönheit und Natur miteinander verbindet.
Ein Ort zum Naschen, Beobachten, Spielen und Durchatmen. Und vielleicht zeigt genau dieses Projekt, dass unsere Gärten in Zukunft viel mehr sein können als nur Rasenflächen. Das wünsche ich mir nicht nur fürs Chiemgau sondern für die ganze Welt.
Für die Pflanzlöcher haben wir, wegen der Verdichtung im Boden, etwas Hilfe gebraucht.
Auch diese Hilfe war sehr willkommen.
Beim setzen der Bäume nehme ich mir Zeit, damit die Wurzeln wieder ihre Wuchsrichtung bekommen.


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